»Auschwitz fängt da an, wo einer sagt oder denkt: ES SIND JA NUR TIERE.« Theodor W. Adorno, Philosoph, Soziologe (* 11. Sept. 1903 † 06. August 1969)
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Donnerstag, 16. Juli 2015

Über Toleranz und Intoleranz

Neulich hat mir jemand folgenden Satz an den Kopf geworfen: "Du musst auch die Meinungen Andersdenkender tolerieren!" Tatsächlich? Muss ich das in jedem Fall? Hat Toleranz nicht auch ihre Grenzen? Ist es falsch, intolerant zu werden und zu bleiben, sobald diese Grenzlinie überschritten wird? 

Selbstverständlich ist es für unser menschliches Zusammenleben notwendig, tolerant miteinander umzugehen, jedoch nicht immer ist Toleranz etwas Lobenswertes und Gutes, sondern es gibt auch immer wieder Meinungen und Überzeugungen, die nicht toleriert werden dürfen. Wenn sich z.Bsp. Rechtsextremisten und junge Neonazis untereinander versammeln und gemeinsam ein Lied grölen, in welchem es immer wieder heißt: "In Buchenwald, in Buchenwald, da machen wir die Juden kalt....", darf und sollte ein derartiges Gedankengut dann etwa toleriert werden?

Laut Wikipedia verstehen wir unter Toleranz das Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Tolerante Menschen sind also besonders duldsame, nachsichtige, großzügige und weitherzige Individuen. So weit - so gut. Tolerant zu sein bedeutet jedoch keineswegs, sämtliche Meinungen und verschiedene Überzeugungen gleichermaßen als Wahrheit anerkennen zu müssen bzw. gleichermaßen für falsch zu halten.

Wer Toleranz derartig interpretiert, ist mit Sicherheit ein bedauernswerter Dummkopf. Toleranz bedeutet nicht, andere Aussagen und Ansichten widerspruchslos hinzunehmen und den eigenen Standpunkt zum Teufel zu jagen und in der Hölle schmoren zu lassen. Tolerant zu bleiben - das heißt doch wohl eher, einen gegensätzlichen Standpunkt zur Kenntnis zu nehmen, eine gänzlich andere Meinung auszuhalten, zu ertragen und trotz gegensätzlicher Auffassung dem eigenen Standpunkt treu zu bleiben.

Sobald mir jemand sagt oder schreibt: "Es sind doch nur Tiere!" oder "Nutztiere sind nun einmal dafür da, das wir sie schlachten und essen!", dann bin ich keineswegs intolerant, wenn ich antworte: "Ich kann Deiner Meinung leider nicht zustimmen!" Ganz im Gegenteil: Es ist sozusagen Toleranz in höchster Vollendung, wenn ich sage und erkläre: "So, wie ich das sehe, ist Deine Auffassung über diesen Sachverhalt falsch und nicht akzeptabel." Intoleranz breitet erst dann ihre Schatten aus, wenn ich dem Andersdenkenden verbiete, diese oder jene Meinung zu haben und mittels Dialogverweigerung oder anderer unlauterer Mittel das Denken eines Menschen zu manipulieren bestrebt bin.

Natürlich wünsche ich mir nichts sehnlicher, als das mehr und mehr Menschen angesichts millionenfach leidender Tiere und millionenfacher Grausamkeiten ihnen gegenüber umdenken und  weniger gedanken - und verantwortungslos zu leben und zu handeln beginnen. Tierschutz geht uns alle an - so lautet mein Motto, meine Überzeugung und mein Appell an alle Besucher meiner beiden Blogs. Tierschutz geht uns alle an und ist nie und nimmer nur die Aufgabe von Mitgliedern in Tierschutzvereinen und Tierrechtsorganisationen, sondern Pflicht und Aufgabe jedes Einzelnen.

So und nicht anders sehe ich das. Und wenn die grosse Masse, die Mehrheit der Menschen anderer und gegensätzlicher Meinung ist und dementsprechend unendliches Tierleid begünstigt oder sogar befürwortet wird, dann ist es die Aufgabe jedes wahrhaftigen Tierfreundes und jedes vernünftigen Menschens, aus dieser traurigen Wahrheit berechtigte und erforderliche Konsequenzen zu ziehen - die letztlich zu jenem Punkt hinführen, dass liebenswürdige und weitherzige Toleranz nicht mehr länger verantwortet werden kann.

Mal ganz unter uns: Selbst viele Tierschützer, Tierschutzvereine und Tierrechtsorganisationen gestatten sich innerhalb ihrer Reihen sehr viele unterschiedliche Meinungen, obwohl sich diese vielfältigen Ansichten und Standpunkte untereinander logisch ausschließen. Die Frage ist jedoch, ob dieses gegenseitige Tolerieren gänzlich unterschiedlicher Auffassungen und Ziele auch den vielen leidenden und gequälten Tieren dienlich und nützlich ist. Ich glaube: nie und nimmer! Tierschutz - welch ein dehnbarer Begriff! Mitunter ist es - und zwar um der geschundenen und alltäglich leidenden Tiere willen - unmöglich, noch tolerant bleiben zu können und die Fassung zu bewahren. Und letztlich beginnt man sich gegenseitig auszuschließen und eine Krise des gegenseitigen Vertrauens schwächt erforderliche Tierschutzaktivitäten, lähmt unsere Herzen, unsere Hände und Kräfte.

Aber ja doch: bleiben wir möglichst immer schön mütterlich - liberal, immerzu und selbst dem Teufel gegenüber tolerant und lassen wir jedem Menschen seine Meinung und seinen Standpunkt. Aber Vorsicht bitte, denn solange Tiere entsetzliches Leid ertragen müssen und aufgrund menschlicher Arroganz, Gedankenlosigkeit und Profitgier alltäglich zu Tode gefoltert werden und die einzige Hölle, die es gibt, bereits schon hier auf diesem gottverlassenen Planeten erfahren und durchleben müssen - solange ist alle geforderte und uns Tierfreunden abverlangte Toleranz nur ein weiteres Verbrechen den Tieren gegenüber und lässt das Riesengebirge unserer Schuld und Unmenschlichkeit noch mehr in den Himmel wachsen.

Von mir aus mag jeder denken, glauben und meinen, was er will. Sobald dieses unterschiedliche Denken und diese Vielfalt an Meinungen jedoch wenig dazu geeignet und tauglich ist, das unfaßbar gigantische Leid und Elend vieler unserer Mitgeschöpfe aus dieser Welt auszulöschen und für immer und ewig zum Teufel zu jagen - solange will ich lieber der Intoleranz beschuldigt werden, statt duldsam und weitherzig zu akzeptieren, was nicht akzeptiert werden darf.

Montag, 6. Juli 2015

Alle Tiere sollen glücklich leben

Zitate und nachdenkenswerte Worte
aus einem wunderschön gemachten Videoclip:

"Die Wesen mögen alle glücklich leben und keines möge ein Übel treffen. Möge unser ganzes Leben Hilfe sein an anderen! Ein jedes Wesen scheuet Qual und jedem ist sein Leben lieb." (Robert Bartha)
"Obwohl das Tier für den Menschen keine verständliche Stimme hat, sind seine Schreie nicht stumm, sondern taub ist das Herz der Massen."  (Robert Bartha)
"In dieser Zeit, wo Gewalttätigkeit in Lüge gekleidet so unheimlich wie noch nie auf dem Thron der Welt sitzt, bleibe ich dennoch überzeugt, dass Wahrheit, Liebe, Friedfertigkeit, Sanftmut und Gütigkeit die Gewalt sind, die über aller Gewalt ist. Ihnen wird die Welt gehören, wenn nur genug Menschen die Gedanken der Liebe, der Wahrheit, der Friedfertigkeit und der Sanftmut rein und stark und stetig genug denken und leben." (Albert Schweitzer)
"Dem Tier gegenüber sind heute alle Völker mehr oder weniger Barbaren. Es ist unwahr und grotesk, wenn sie ihre vermeintliche hohe Kultur bei jeder Gelegenheit betonen und dabei tagtäglich die scheußlichsten Grausamkeiten an Millionen von wehrlosen Geschöpfen begehen oder doch gleichzeitig zulassen. Können wir uns wundern, dass diese sogenannten Kulturvölker immer mehr einem furchtbaren Weg des Abstieges entgegengehen?" (Alexander von Humboldt)
"Ich bin für die Rechte der Tiere genauso wie für die Menschenrechte. Denn das erst macht den ganzen Menschen aus."  (Abraham Lincoln)
"Wahrlich, Tiere zu töten und ihr Fleisch zu essen, steht im Widerspruch zu Mitleid und Mitgefühl."  (Abdul-Baha)
"Nicht nur unseren Mitmenschen müssen wir mit Erbarmen und Mitleid begegnen, sondern wir müssen vielmehr jedem Lebewesen höchste Güte bezeigen, hegen doch in allen körperlichen Vorgängen, wo immer der Tiergeist betroffen ist, Mensch und Tier dieselben Gefühle. Der Mensch hat diese Wahrheit allerdings nicht begriffen. Er wähnt, dass sich körperliche Empfindungen nur auf menschliche Wesen beschränken. Deshalb ist er zu den Tieren ungerecht und grausam. Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir den Tieren die größte Rücksicht erweisen und zu ihnen eher noch gütiger sind als zu unseren Mitmenschen. Erzieht eure Kinder von den frühesten Tagen an, unendlich zart und liebevoll zu Tieren zu sein."  (Abdul-Baha, 1844-1921)

Montag, 22. Juni 2015

Fakten, die jeder wissen sollte

  • Wusstest du schon, dass man rund 16 Kilo Getreide benötigt, um nur ein einziges Kilo Fleisch produzieren zu können?
  • Wusstest du schon, dass man für jede tierische Nahrungskalorie 10 pflanzliche Futterkalorien benötigt? Dennoch bezweifeln es viele Menschen, dass ihre persönliche Wahl der Ernährungsform Einfluss auf den Welthunger hat.
  • Wusstest du schon, dass alle 5 Sekunden ein Kind an Hunger stirbt, pro Tag rund 44.000 Menschen verhungern und weltweit rund 90 Millionen Kinder unter 5 Jahren stark unterernährt sind?
  • Wusstest du schon, dass dies alles passiert, weil 50% der Weltgetreide-Ernte und 90% der Welt-Sojaernte benötigt werden, um unsere "Nutztiere" füttern und mästen zu können?
  • Wusstest du schon, dass fast 70% der Futtermittel in der EU aus Entwicklungsländern importiert werden, in denen die Menschen an Hunger leiden?
  • Wusstest du schon, dass lediglich nur 2 von insgesamt 7 Milliarden auf unserer Erde lebenden Menschen weltweit auf der Basis von Fleisch ernährt werden können, aber über 12 Milliarden Menschen durch eine vegane Ernährungsform?
  • Wusstest du schon, dass Fischfangflotten aus den Industrienationen die Fischereirechte in Fanggebieten vieler armer Länder erwerben und dass diese Fischfangflotten, nachdem sie die dortigen Meere geplündert haben, weiterziehen und ein verwüstetes Ökosystem und hungernde Einheimische zurücklassen?
  • Wusstest du schon, dass die Nutztierindustrie für zirka 50% aller vom Menschen verursachten Treibhausgase verantwortlich ist und die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern für mehr klimaschädliche Gase verantwortlich ist als der gesamte  und weltweite Auto -, Lastwagen - und Luft - Verkehr?
  • Wusstest du schon, dass Veganer praktizierende Klimaschützer sind? Sie verursachen mit ihrer Ernährung nur rund 0,65 Tonnen CO2 pro Jahr, ein typischer Fleischesser jedoch verursacht runde 1,82 Tonnen CO2 pro Jahr.
  • Wusstest du schon, dass die Produktion von Käse 56 mal mehr Treibhausgase freisetzt als die Produktion von Gemüse?
  • Wusstest du schon, dass durch eine jährliche omnivore Ernährungweise soviel Treibhausgase ausgestoßen werden, als wenn man mit einem Auto rund 4.500 Kilometer fahren würde?
  • Wusstest du schon, dass wir durch einen Ausstieg aus der Tierindustrie unsere CO2-Emmissionen bis 2050 um 80% senken könnten?
  • Wusstest du schon, dass ein Hamburger 6 Quadratmeter Urwald kostet und 90% der Zerstörung des tropischen Regenwaldes durch die Massentierhaltung hervorgerufen wird? Alle 2 Sekunden wird auf unserer Erde ein Waldgebiet in der Größe eines Fußballfeldes zerstört.
  • Wusstest du schon, dass Natur und Umwelt durch Ammoniak-Emissionen enorm geschädigt und diese Emissionen zu  rund 85% durch "Nutz" - und Massentierhaltung verursacht werden?
  • Wusstest du schon, dass 50% der Wasserverschmutzung in Europa durch die Massentierhaltung hervorgerufen werden und das Nitrat aus der Landwirtschaft heute schon so weit ins Grundwasser vorgedrungen ist und deswegen einige Mineralwassermarken bereits schon nicht mehr die Trinkwasser-Richtwerte erfüllen können?
  • Wusstest du schon, dass in den USA der Anteil der Landwirtschaft an der Wasserverschmutzung größer ist als der aller Städte und Industrien zusammen? Wusstest du schon, dass allein in den USA die Nutztierindustrie 130 mal mehr Kot produziert als die gesamte Menschheit weltweit, nämlich 40.000 Kilo pro Sekunde?
  • Wusstest du schon, dass man für die Produktion eines einzigen Kilo Fleisches 10.000 bis 20.000 Liter Wasser benötigt und für die Produktion von nur einem Liter Milch rund 1.500 Liter Wasser notwendig sind? Wusstest du schon, dass Veganer somit bis zu 5 Millionen Liter Wasser pro Jahr einsparen?
  • Wusstest du schon, dass Milchkühe jedes Jahr künstlich geschwängert werden und ihnen ihre Kälber gleich nach der Geburt entrissen werden, damit ihr Milchfluss nicht versiegt? Wusstest du schon, dass die Milchleistung von Milchkühen in den letzten 50 Jahren auf das Zehnfache gesteigert wurde und ihre Körper deshalb schon nach 4-6 Jahren ausgelaugt sind? Wusstest Du schon, dass Milchkühe, deren Körper bereits schon mit 4-6 Jahren ausgelaugt sind, als Milchproduzenten nutzlos geworden sind und somit schon geschlachtet werden, obwohl sie über 20 Jahre alt werden könnten?
  • Wusstest du schon, dass für jede neue Legehenne ein männliches Küken gleich nach dem Schlüpfen vergast oder verschreddert wird und dieser Kükenmord gegen das deutsche Tierschutzgesetz verstößt und dennoch von der Politik toleriert wird?
  • Wusstest du schon, dass nicht selten so manches Tier sogar in EU-zertifizierten Top-Schlachthöfen beim Schlachten wieder aufwacht und somit nochmals und besonders grosse Qualen erleiden muss?
  • Wusstest du schon, dass die industrielle Fischerei zu einem drastischen Rückgang der Fischbestände geführt hat und demnach viele Fischarten vom Aussterben bedroht sind? Wusstest du schon, dass hierbei auch Schildkröten, Robben, Delfine und andere Tiere in die Netze der Fischer gelangen und sterben? Wusstest du schon, dass industrielle Fisch- und Shrimps-Farmen riesige Mengen an Abwässern produzieren,  welche die Meere verseuchen  und in ihnen jedes Leben vergiften?
  • Wusstest du schon, dass Veganer im Schnitt länger und gesünder leben und eine Ernährung mit Fleisch, Fisch, Milch und Eiern für viele Volkskrankheiten wie Herzinfarkte, Diabetes, Schlaganfälle, Herzkrankheiten, Allergien, Bluthochdruck, Fettsucht und Krebs verantwortlich sind? Wusstest du schon, dass einige dieser Krankheiten jährlich  Millionen verfrühte Totesfälle verursachen und somit mehr Tote einfordern als Naturkatastrophen, Terroranschläge und Verkehrsunfälle?
  • Wusstest du schon, dass es heute praktisch keinen Fisch mehr gibt, der nicht durch Umweltgifte belastet ist und dass diese Gifte extrem schädlich für unseren Körper sein können?
  • Wusstest du schon, dass die meisten Seuchen, wie BSE, Vogelgrippe und Salmonellenbelastungen auf die industrielle Massentierhaltung zurückzuführen sind?
  • Wusstest du schon, dass viele Organisationen von Medizinern, Ärzten und Ernährungswissenschaftlern die vegane Ernährung als die gesündeste ansehen und sie für sämtliche Altersgruppen (einschließlich Schwangere und Kleinkinder) und Top-Leistungs-Sportler empfehlen?
  • Wusstest du schon, dass jährlich rund 50 Milliarden Nutztiere geschlachtet und hunderte Milliarden Fische und Meerestiere für unsere Ernährung getötet werden?
  • Wusstest du schon, dass bereits Genies wie Leonardo Da Vinci und Albert Einstein diese Problematik erkannt haben? Wusstest du schon, dass Albert Einstein sagte, dass nichts das Überleben auf der Erde mehr steigern wird als der Schritt zur vegetarischen Ernährung? Wusstest du achon, dass bereits viele Prominente, wie Moby, Alanis Morrissette, Sinéad O'Connor, James Cromwell, Tobey Maguire, Bryan Adams, Paul McCartney, Maneka Ghandi, Avril Lavigne und 30 Seconds To Mars heute schon vegan leben und dass die Zahl der Veganer in unserer Gesellschaft immer weiter wächst?
  • Wusstest du schon, dass die Lebensmittel- und Pharmaindustrien, sowie auch die Politik dies alles aus Profitgründen immer wieder zu verheimlichen versuchen?

Nun wissen wir, was wir wissen sollten!
Die Frage ist jedoch, was uns persönlich wichtiger ist: die bisherigen und liebgewonnenen Gewohnheiten  beibehalten zu wollen und somit diese hier aufgezählten Fakten zu verdrängen und gleichgültig zu ignorieren, oder besser aufzuwachen, umzukehren und uns daran zu beteiligen, dass diese  krankhafte und grausame Welt mehr und mehr ein wenig hoffnungsvoller und menschlicher wird?

Freitag, 19. Juni 2015

Homo sapiens quo vadis ?

Nachdenkenswertes von Peter H. Arras,
dem Geschäftsführer der Tierschutzorganisation AKT :

„Am liebsten würde ich die Menschheit auf den Mond schießen“.
„Ach, würde die Menschheit doch aussterben“.
„Würde doch eine Seuche die bestialische Menschheit auslöschen“.

Solche Auffassungen habe ich in all den Jahren meiner Tierschutzarbeit unzählige Male immer wieder von Kollegen gehört. Und oft gab es Situationen, in denen ich auch so gedacht habe. Dass es zu viele Menschen gibt, das beklagte schon Prof. Grzimek in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts – da waren wir „nur“ 2,5 Mrd. Hätte man damals auf ihn gehört, anstatt ihn für seine Position zu verhöhnen, indem man ihm Menschenfeindlichkeit unterstellte, wäre es noch möglich gewesen, mit der Natur unseren Frieden zu machen und uns harmonisch in die Biosphäre zu integrieren (extensive Landwirtschaft, bescheidene Lebensführung, Bedarfsdeckungswirtschaft, Kreislaufwirtschaftssystem, Vegetarismus und Veganismus, Liebe zu allen Wesen, Glück in Bescheidenheit und Friede im Herzen und auf der Welt – kurzum paradiesische Verhältnisse).

Aber die Menschen wollten es anders: Globalisierter Kapitalismus bis zum Anschlag, Imperialismus, Ausbeutung, Kriege, Zerstörung der Mitwelt, Versklavung der Mitlebewesen – ihr wisst es doch selbst. Heute sind wir 7 Mrd. und 2050 werden wir 9 Mrd. sein. Wir haben keine Globalregierung diktatorischer Prägung, die die weitere Vermehrung der Menschen verbieten könnte. Wir werden nicht verhindern können, dass unsere Population weiter anwächst und diese Welt vollends besetzt und ruiniert. 

Wir kennen die gegenwärtige Situation und können uns ausrechnen, wie es weiter gehen wird –  es wird immer schlimmer. Die Tiere und auch die Pflanzen werden noch stärker ausgebeutet, Restnatur zerstört und Kriege um die letzten Nähr- und Rohstoffe werden ausbrechen. Das Klima wird uns Ernteausfälle und Ausbreitung der Wüsten bescheren – es hat ja schon angefangen: Hagel in China, Überflutungen in Kalifornien, Australien und Pakistan, Dürre und Wald- und Torfbrände in Russland und der Ukraine, arktische Winter in Mitteleuropa, Abschmelzen der Pole und Gletscher – das alles ist erst der Anfang.

Jedem, dem es wirklich um das Überleben der Tiere und der Natur geht, kommt nicht umhin, dass die Menschen entweder auf der Stelle aussterben oder den Planeten verlassen müssten, wenn das Unheil noch abgewendet werden soll. Aber wir sind hier gefangen, und die Mitwelt ist von uns gefangen, wird weiter ausgepresst und ausgebeutet – ohne Rücksicht auf Verluste.
 
Selbst wenn wir in Europa nun extensive Methoden einführen und mehr Tierschutz, Naturschutz, Biodiversität etc. – die Schwellenländer fahren den diametral entgegengesetzten Kurs und sie sind heute schon in der Mehrzahl. Altkanzler Schmidt hat einmal gesagt, dass nur noch ein Fünftel der Menschen Europäer sein werden – wir werden zur bedeutungslosen Minderheit werden – schon in wenigen Jahrzehnten.

Je größer die Not der Menschen in naher Zukunft werden wird, um so gnadenloser wird die Tier- und Mitwelt ausgebeutet, versklavt und vernichtet. Wer möchte all das bestreiten? Die einzige Möglichkeit, dies abzuwenden besteht einzig und alleine darin, dass wir Menschen uns von der Natur so weit wie möglich separieren und die Biosphäre auf diese Weise von unserem destruktiven Einfluss befreien. Wir haben inzwischen die technologischen Möglichkeiten und das Know-how hierzu – die genauen Verfahren müssen nur noch entwickelt werden. Solange die westliche Welt noch den wirtschaftlichen und politischen Einfluss hat, muss sie alles daran setzen, solche Technologien zu entwickeln und zu etablieren.

Nostalgisch –idealistische Vorstellungen von einer friedfertigen Menschheit, die harmonisch mit der Mitwelt verbunden ist, sind Wahnvorstellungen, die nur jene in sich tragen können, die die knallharten Realitäten nicht wahrhaben wollen. Die ältesten wissenschaftlichen Schriften, die Veden, Yoga und Ayurveda wurden in Zeiten geschrieben, als es nur wenige Millionen Menschen auf der Erde gab – ihre Lehren taugen leider nicht mehr dazu, die Probleme der heutigen Zeit einer wirklichen, praktikablen Lösung zuzuführen, denn die Menschen haben sich mental längst von der Mitwelt entfernt – der Grad an Dekadenz und Charakterstörung ist weltweit sprunghaft angestiegen. Dasselbe gilt auch für andere Lehren aus früherer Zeit.
 
Wenn wir Menschen es nicht hinbekommen, unsere gepeinigte Mitwelt vor uns selbst zu schützen, indem wir sie in Ruhe lassen, damit sie heilen kann und den Müll, den wir fabriziert haben, wegräumen (verstoffwechseln) kann, dann wird unsere Welt ein Jammertal und ein unwirtlicher Ort für alle Lebewesen, der unsere schlimmsten Befürchtungen übersteigen wird.

Wenn man sich die Erde als einen Organismus vorstellt, dann sind wir die Parasiten, die Krankheitserreger, die ihn befallen haben, ihn auszehren und ihn organisch vergiften. Jeder würde einen so stark erkrankten Patienten von seinen Parasiten und von seiner Infektion befreien, damit er wieder gesund werden kann. Da wir Menschen nicht entfernt werden können und uns selbst nicht entfernen können, ist einzig die weitestgehende Separation vom Stoffwechsel der Biosphäre vorzunehmen – und das geht nur mit Methoden, wie sie die Bioreaktor- Technologie ermöglicht. 

Wem es wirklich um die Tiere und alle Mitlebewesen auf unserer Welt geht, kann gar nicht anders, als diese Tatsachen in ihrer ganzen Tragweite anzuerkennen. Die Tier- und Mitwelt will nicht ein wenig weniger misshandelt und ausgebeutet werden – sie will von uns in Ruhe gelassen werden, denn dies ist auch ihre Welt – über die wir Menschen jahrhundertelang Angst und Schrecken ausgerichtet haben. Die Nichtmenschen stellen die Mehrheit aller Bewohner auf dieser Welt, die nicht die Welt der Menschen ist und es noch niemals war! Es wird für uns Zeit, beiseite zu treten und uns endlich zurück zu nehmen!

Peter H. Arras

Freitag, 5. Juni 2015

Auch Tiere empfinden Schmerz und Trauer

Viele dumme Leute denken oft, Tiere hätten keine Gefühle. 
Das Tiere aber sehr wohl Gefühle haben, 
z.Bsp. auch Schmerz und Trauer emfinden können, 
belegen nachfolgende Fotos:

Ein Vogelweibchen ist verletzt und sein Zustand verheerend.
Es wurde von einem Auto erfasst, als es im Tiefflug die Strasse überqueren wollte.

Das Männchen bringt ihr Nahrung und kümmert sich liebevoll um das Weibchen.

Und abermals bringt er ihr Nahrung und ist schockiert, sie tot vorzufinden. Er versucht, sie zu bewegen - eine nur selten gesehene Bemühung.

Im Bewusstsein, dass sein Liebling tot ist und nie mehr zu ihm zurückkehren wird,
beklagt er diesen schmerzlichen Verlust.

Fassungslos steht er neben ihr.
Ratlos, traurig und bekümmert nimmt er Abschied.


Und weil Tiere in ihren Empfindungen uns Menschen
in nichts nachstehen, deswegen sind Tiere eben nicht nur Tiere,
sobald dummschwätzige Idioten meinen "Es sind doch nur Tiere",
sondern uns Menschen gleichwertige Lebewesen.
Und darum bedenke bitte eines:
Verantwortlich sind wir nicht nur für das, was wir tun - sondern auch für das,was wir unterlassen und zu tun versäumen.







Montag, 1. Juni 2015

Die schlimmste Bestie ist der Mensch



Das Weltgewissen


Es klagt das Weltgewissen die ganze Menschheit an:
was habt ihr mit den Tieren, was habt ihr mit dem Tier getan?
Das euch in Liebe nahte, das euch verbunden war,
und manches Opfer brachte, nicht achtend der Gefahr!

Nun sind sie ausgeliefert der größten Qual und Pein,
und sollten unsre Brüder doch in allen Nöten sein!
Ihr Menschen seid so herzlos, hört unser Klagen nicht,
und wenn ihr euch nicht ändert, dann wehe euch im Welt-Gericht!

Ihr seid schon jetzt gerichtet durch euer eignes Tun,
euch ewig anzuklagen, wird keins der Tiere ruhn.
Gar groß ist die Bedrängnis, unsagbar Leid und Schmerz,
bis ihr begreift und umkehrt! Gott gab auch euch ein Herz!

Dass es in Liebe schlage, für alles, was da lebt,
und ihr die volle Würde den Tieren wiedergebt!
Denn eure eigne "Würde", sie ist vor Gott nichts wert,
wenn ihr nicht in den Tieren den Schöpfer selber ehrt!

Sie leiden Hunger und auch Schmerzen.
Wie kann man nur so etwas tun?
Solange Menschen Tiere quälen,
darf kein Tierfreund jemals ruh´n!

Gebrochene Knochen und blutende Wunden,
die Körper kaputt, die Seelen zerschunden.
Gefangen in Kerkern, das Leben zerstört,
qualvolle Schreie, die kaum jemand hört!

Jede Bewegung nur Mühe und Leid,
verursacht durch schändliche Unmenschlichkeit.
Erhängt, verbrannt, erstickt und erschlagen,
in tiefen Gruben lebendig begraben.

Bedenke: nicht zum Sterben sind sie geboren.
Wer kämpft, kann verlieren,
doch wer nicht kämpft, der hat schon verloren.

( Der Verfasser dieser Zeilen ist mir leider unbekannt!)

Song eines Freundes und Tierrechtlers namens Harry Harper: Die Bestie ist der Mensch

 

Freitag, 22. Mai 2015

Goldene Worte und Wahrheiten, die niemand leugnen kann

Eine kleine Auswahl nachdenkenswerter Zitate von namhaften Persönlichkeiten der Menschheitsgeschichte (Philosophen, Schriftsteller, Wissenschaftler, Intellektuelle, Staatsmänner) sowie zeitgenössischen Künstlern, Schauspielern und Musikern :

Worte und Wahrheiten, die unter die Haut gehen!
Wahrheiten, die unserem Dasein Sinn und Orientierung geben, wenn wir sie uns zu Herzen nehmen und sie tief in unserem Innersten bewahren!

«Der Mensch ist wahrlich nicht das Mass aller Dinge, sondern Leben inmitten von Leben, das auch leben will.»
Albert Schweitzer
«Ohne Ehrfurcht vor dem Leben hat die Menschheit keine Zukunft.»
Albert Schweitzer
«Das Weltbild, das die christlichen Kirchen predigen, ist mitverantwortlich für das Elend und Leid unzähliger Tiere.»
Eugen Drewermann
«Wenn die Jagd aktiver Naturschutz ist -dann ist Krieg aktive Geburtenkontrolle.»
Verfasser unbekannt
«Die Erde hat genug für die Bedürfnisse eines jeden Menschen, aber nicht genug für seine Gier.»
Mahatma Gandhi
«Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.»
Albert Einstein
«Nichts wird die Gesundheit des Menschen und die Chancen auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.»
Albert Einstein

«Tiere sind meine Freunde, und meine Freunde esse ich nicht!»
George Bernard Shaw

«Auch wenn wir gar nicht hoffen könnten, daß jemals alle Menschen zur vegetarischen Lebensweise übergehen werden, hätte niemand deswegen das Recht, Fleisch zu essen. Ein Unrecht bleibt auch dann ein Unrecht, wenn alle es verüben.»
Magnus Schwantje

«Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück.»
Pythagoras

«Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.»
Leo Tolstoi

«Gewiß ist es, daß dieses scheußliche Blutbad, welches unaufhörlich in unseren Schlachthäusern und Küchen stattfindet, uns nicht mehr als ein Übel erscheint; im Gegenteil betrachten wir diese Scheußlichkeiten als einen Segen des Herrn und danken ihm in unseren Gebeten für unsere Mördereien. Kann es denn aber etwas Abscheulicheres geben, als sich beständig von Leichenfleisch zu ernähren?»
Voltaire

«Gibt es nicht Nahrungsmittel, ohne daß man Blut gebraucht? Heißt es nicht die Menschen zur Grausamkeit ermutigen, wenn man ihnen gestattet, den Tieren das Messer ins Herz zu stoßen?»
Denis Diderot

«Gerechter Gott! Aus wie vielen Marterstunden der Tiere lötet der Mensch eine einzige Festminute für seine Zunge zusammen!»
Jean Paul

«Mitgefühl mit Tieren und ein guter Charakter sind derart eng miteinander verknüpft, daß man mit Gewißheit feststellen kann, daß niemand, der grausam gegen Tiere ist, ein guter Mensch sein kann.»
Arthur Schopenhauer

«Sie haben soeben zu Mittag gegessen; und wie sorgfältig auch immer das Schlachthaus in einer taktvollen Entfernung von einigen oder vielen Kilometern verborgen sein mag: Sie sind mitschuldig.»
Ralph Waldo Emerson

«Es wird ein großer Fortschritt in der Entwicklung der menschlichen Rasse sein, wenn wir Früchteesser werden und die Fleischesser von der Erde verschwinden. Alles wird möglich auf unserem Planeten von dem Augenblick an, wo wir die blutigen Fleischmahle und den Krieg überwinden.»
George Sand

«Ich hege keinen Zweifel darüber, daß es ein Schicksal des Menschengeschlechts ist, im Verlaufe seiner allmählichen Entwicklung das Essen von Tieren hinter sich zu lassen.»
Henry David Thoreau

«Vegetarismus gilt als Kriterium, an welchem wir erkennen können, ob das Streben des Menschen nach moralischer Vollkommenheit echt und ernst gemeint ist.»
Leo Tolstoi

«Wahre menschliche Kultur gibt es erst, wenn nicht nur die Menschenfresserei, sondern jede Art des Fleischgenusses als Kannibalismus gilt.»
Wilhelm Busch

«Das Tier hat ein fühlendes Herz wie du. Das Tier hat Freude und Schmerz wie du. Das Tier hat einen Hang zum Sterben wie du. Das Tier hat ein Recht zu leben wie du.»
Peter Rosegger

«Die Vernunft beginnt bereits in der Küche. Durch den vollkommenen Mangel an Vernunft in der Küche ist die Entwicklung des Menschen am längsten aufgehalten und am schlimmsten beeinträchtigt worden. Ich glaube, daß die Vegetarier mit ihrer Vorschrift, weniger und einfacher zu essen, mehr Nutzen gestiftet haben als alle modernen Moralsysteme zusammen.»
Friedrich Nietzsche

«Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wenn wir selbst lebende Gräber ermordeter Tiere sind, wie können wir dann auf dieser Welt ideale Zustände erwarten?»
George Bernard Shaw

«Ich glaube, daß geistiger Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt, daß wir aufhören, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unserer körperlichen Verlangen zu töten.»
Mahatma Gandhi

«Wenn der moderne Mensch die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient, selbst töten müßte, würde die Anzahl der Pflanzenesser ins Ungemessene steigen.»
Christian Morgenstern

«Meine Ansicht ist, daß wir, die für die Schonung der Tiere eintreten, ganz dem Fleischgenuß entsagen und auch gegen ihn reden. So mache ich es selber.»
Albert Schweitzer

«Das Elend der Menschen wird solange dauern, wie der Jammer der Tiere zum Himmel schreit.»
Manfred Kyber

«Auschwitz fängt da an, wo einer im Schlachthof steht und sagt: ‹Es sind ja nur Tiere.»
Theodor W. Adorno

«Die industrielle Fließbandhaltung von Tieren ist zweifelsohne eines der dunkelsten, schandhaftesten Kapitel der menschlichen Kultur.»
Konrad Lorenz

«Alles, was mit Vegetarismus zu tun hat, ist von allergrößter Wichtigkeit, denn es wird auf der Welt keinen Frieden geben, solange wir Fleisch essen. Der Vegetarismus ist meine Weltanschauung. Ich bin und bleibe Vegetarier, auch wenn die ganze Welt plötzlich Fleisch essen würde. Dies ist mein Protest gegen den Zustand der Welt. Vegetarier zu sein bedeutet, nicht mitzumachen, sich gegen den aktuellen Lauf der Dinge zu stellen. Atomkraft, Hunger, Grausamkeit – wir müssen protestieren und Stellung beziehen. Der Vegetarismus ist meine Konsequenz. Und ich halte sie für bedeutsam.»
Isaac Bashevis Singer

«Ich besitze selbst viele Tiere und liebe sie über alles. Wie könnte ich dann ihr Fleisch essen?
Seit ich 20 Jahre alt bin, habe ich keinen Bissen Fleisch mehr angerührt.»

Michael Jackson

«Fleisch macht das Essen nicht schlechter, aber den Esser.»
Karlheinz Deschner

«Achtung vor dem Leben und Mitgefühl für alle Kreaturen dieser Welt sind der Maßstab wirklicher Humanität. Wenn dieser Maßstab ernst genommen wird, schließt er das sinnlose Töten und das Essen von Tieren aus. Es ist die Elle, an der unsere Menschlichkeit gemessen werden kann.»
Barbara Rütting

«Ich esse nichts, was ein Gesicht hat. Wenn Schlachthäuser Glaswände hätten, würden alle Menschen vegetarisch leben. Ich fühle mich einfach besser – für mich selbst und für die Tiere –, wenn ich weiß, daß ich nicht zu ihrem Leid beitrage.»
Paul McCartney

«Als Hüter dieses Planeten liegt es in unserer Verantwortung, alle Lebewesen mit Anteilnahme zu behandeln. Viele fühlen sich durch Tierrechtkampagnen beleidigt, doch das ist lächerlich. Sie sind niemals so schlimm wie der massenhafte Tod in Tierfabriken.»
Richard Gere

«Der menschliche Magen ist kein Friedhof für Tiere.»
Nina Hagen

«Jedes Mal, wenn wir uns zum Essen zu Tisch setzen, treffen wir eine Wahl. Bitte wählen Sie etwas Vegetarisches. Tun Sie es für die Tiere, für die Umwelt und für Ihre Gesundheit.»
Alec Baldwin

«Intellektuell gesehen mögen Menschen und Tiere unterschiedlich sein, aber es ist ziemlich offensichtlich, daß Tiere ein reiches Gefühlsleben haben und Freude und Schmerz empfinden. Leicht vergißt man die Verbindung zwischen einem Hamburger und der Kuh, von der er stammt. Aber ich habe mich gezwungen, mir bewußt zu machen, daß bei jedem Hamburger, den ich aß, eine Kuh aufgehört hatte zu atmen, zu muhen und herumzulaufen.»
Moby

«Die ideale Welt ist ohne Waffen und vegetarisch.»
Chris Martin

Mittwoch, 20. Mai 2015

Wir alle, jedoch erst recht die Tiere brauchen Freunde


Wahrhaftig: Wir alle brauchen Freunde! Aber nicht weniger wichtig und notwendig ist es, dass viele unserer Mitgeschöpfe ebenso gute und echte Freunde brauchen und nötig haben, nämlich mitfühlende und ihnen gegenüber verantworlich handelnde Menschen.

Eine meiner bittersten Erfahrungen und Enttäuschungen ist sicherlich jene, dass die große Masse, also die Mehrheit der Bevölkerung, den Tierschutz nicht derartig ernst und wichtig nimmt, wie er ernstgenommen und ohne Wenn und Aber praktiziert werden sollte. "Ein bißchen Tierschutz muss schon sein, aber man darf und sollte es auch nicht übertreiben", so tickt es in den grauen Gehirnzellen vieler Menschen und traurigerweise gibt es auch Tierfreunde und Mitglieder in Tierschutzvereinen, die derartig denken und somit nur auf der Oberfläche herumschwimmen und deren einstigen Ideale längst schon von faulen Kompromissen überschattet werden.

Ob es nun ein persönliches Gespräch mit Freunden, Bekannten oder Familienangehörigen ist, oder ob es sich um Kommentare, Telefonate oder Emails handelt: die Vielfalt der unterschiedlichen Meinungen und Auffassungen ist gross und während einige wenige Menschen mir voll und ganz aus meinem Herzen sprechen, schütteln widerum andere Freunde, Bekannte, Nachbarn und sogar meine eigenen Familienangehörigen über meine Ansichten und Überzeugungen nicht selten ihren Kopf und das gegenseitige Verstehen und Akzeptieren zerplatzt demnach schon sehr bald wie eine Seifenblase.

Ohne Freunde verschwindet nicht selten die Sonne aus unserem Leben und auf meiner Webseite habe ich über Freunde, die ohne Lug und Trug sind, einmal folgendes geschrieben: "Freunde - das sind immer jene Menschen, die nicht nur unsere Hände ergreifen, sondern auch  unsere Herzen berühren. Gute, echte, wahre Freunde - das können doch nur Menschen sein, die nicht nur unser Lächeln sehen, sondern auch spüren, wenn unsere Seele weint. Echte Freunde sind die uns vertrauten Engel ohne Flügel. Und weil wir Engel ohne Flügel nicht Engel nennen können, nennen wir sie Freunde."

Aber warum schreibe ich dies alles? Die Antwort ist einfach, denn so wichtig menschliche Freunde auch immer sein mögen: wenn man von vermeintlich guten und echten Freunden irgendwann belächelt, nicht mehr verstanden und ernst genommen wird, dann fällt man womöglich in ein finsteres Loch, in einen Abgrund der Enttäuschung und auch Einsamkeit. Aber diese Einsamkeit und Enttäuschung ist letztlich das kleinere Übel, denn weit schlimmer ist es, um einer Freundschaft willen seine persönlichen Ideale zu verraten und sich betreffs der eigenen Überzeugungen seinen Freunden und Mitmenschen anzupassen. Mit anderen Worten: Meine besten Freunde können unter Umständen auch schnell zu meinen Gegnern und Feinden werden, insofern ihnen das Leid und Elend vieler gequälter Tiere bestürzend gleichgültig ist.

Um vieler leidender Tiere willen darf es weder für mich noch für andere Tierfreunde und Tierrechtler maßgebend sein, was Freunde und Bekannte über uns sagen und denken, sondern maßgebend sind immer nur all jene Worte und Wahrheiten,  die jegliche Tierquälerei verurteilen, die für entwürdigte und maßlos ausgebeutete Tiere beherzt und couragiert Partei ergreifen, Worte und Überzeugungen, die das Herz berühren und voller Licht und Wärme sind. So habe ich z.Bsp. im Internet einmal ein mich sehr ansprechendes Gedicht entdeckt, dessen Zeilen von einem mir leider unbekannten Verfasser stammen :

Trotz Schweinepest und BSE
isst der Mensch wie eh und je
weiter seine Mitgeschöpfe,
wirft sich Leichen in die Töpfe,

liebt seinen Gulasch und den Braten,
hat gern Pute in Salaten,
stellt auch gerne einmal Fisch
oder Muscheln auf den Tisch,

geniesst das alles unverdrossen
trotz dem Blute, das vergossen.
Auch an hohen Feiertagen
hört er nicht der Tiere Klagen:

Jeglich Mitleid man vermisst,
wenn er Schafes Kinder isst,
gut gebraten aufgetragen
zur Feier an den Ostertagen.

Nicht einmal zur Weihnachtszeit
macht sich Mitleid bei ihm breit,
denn zu Weihnachten doch wohl gehöre 
auch die Gans in seine Röhre,

und so geht's jahrein, jahraus
weiter mit dem Leichenschmaus.
Doch, oh Mensch, Dir sei geraten:
Achte wohl auf Deine Taten!

Halte ein in Deinem Tun
und lass das Kalb beim Rinde ruh'n,
nimm die Ferkel nicht dem Schwein,
lass auch Tiere Mütter sein!

Hör endlich auf mit Blutvergiessen,
nur um Leichen zu geniessen!
Dein Gesetz soll Schwache schützen,
lass es auch den Tieren nützen!

Montag, 18. Mai 2015

"Es schmeckt halt so gut!"

Buch - Empfehlung:

"Wer bin ich? - Eine philosophische Reise"
Von Richard David Precht


Eine faszinierende Reise in die Welt der Philosophie 

Richard David Prechts Buch bietet Antworten auf viele große Fragen des Lebens.
Bücher über Philosophie gibt es viele. Doch Richard David Prechts Buch „Wer bin ich?“ ist anders als alle anderen Einführungen, denn sehr kenntnisreich und kompetent und zugleich so spielerisch und elegant wird man als Leser an die großen philosophischen Fragen des Lebens herangeführt. Ein einzigartiger Pfad durch die schier unüberschaubare Fülle unseres Wissens über den Menschen. Von der Hirnforschung über die Psychologie zur Philosophie bringt Precht uns dabei auf den allerneusten Stand. Wie ein Puzzle setzt sich das erstaunliche Bild zusammen, das die Wissenschaften heute vom Menschen zeichnen. Eine aufregende Entdeckungsreise zu uns selbst: Klug, humorvoll und unterhaltsam! Ein Buch, das die Lust am Denken weckt.

Nachfolgend ein sehr lesenswerter Auszug aus diesem Buch und aus dem Kapitel “Jenseits von Wurst und Käse - Dürfen wir Tiere essen?”, der ganz besonders für unverbesserliche und gewissenlose Fleischesser sehr empfehlens - und auch nachdenkenswert ist, denn nur mal angenommen, eines Tages würden Außerirdische, die uns tausendfach überlegen sind, unsere Erde besuchen und mit uns Menschen ebenso verfahren und umspringen, wie die sogenannte und angebliche "Krone der Schöpfung" nach wie vor grausam und verbrecherisch mit nichtmenschlichen Leben umgeht: Möglicherweise würden in solch einem Fall doch ganz gewiss sehr, sehr viele hirnlose Speziesisten, Tierverächter und Fleisch-Fetischisten endlich einmal zur Vernunft kommen und begreifen, was sie zeitlebens mit ihrem speziesistisch verseuchten Denken inklusive ihres egoistischen Fleischkonsums den Tieren angetan haben. Oder???

(Eigentlich schade, dass derartig "böse Aliens" nicht schon längst auf unserem Planeten gelandet sind, der für unendlich viele unschuldige, missbrauchte und zu Tode gequälte Tiere eine kaum vorstellbare und letztlich unfassbare Hölle des Horrors und des Grauens ist!)

Und hier der besagte Auszug aus dem Buch von R.D. Precht "Wer bin ich?" :

Stellen Sie sich vor, eines Tages landen fremde Wesen aus dem All auf unserem Planeten. Wesen wie aus dem Hollywood-Spielfilm Independence Day. Sie sind unglaublich  intelligent und dem Menschen weit überlegen. Da nicht immer ein todesmutiger US-Präsident im Kampfflugzeug zur Verfügung steht und diesmal kein verkanntes Genie die außerirdischen Computer mit irdischen Viren lahmlegt, haben die fremden Wesen die Menschheit in kürzester Zeit besiegt und eingesperrt.

Eine beispiellose Terrorherrschaft beginnt. 
Die Außerirdischen benutzen die Menschen zu medizinischen Versuchen, fertigen Schuhe, Autositze und Lampenschirme aus ihrer Haut, verwerten ihre Haare, Knochen und Zähne. Außerdem essen sie Menschen auf, besonders die Kinder und Babys. Sie schmecken ihnen am besten, denn sie sind so weich, und ihr Fleisch ist so zart.

Ein Mensch, den sie gerade für einen medizinischen Versuch aus dem Kerker holen, schreit die fremden Wesen an: “Wie könnt ihr so etwas tun? Seht ihr denn nicht, dass wir Gefühle haben, dass ihr uns wehtut? Wie könnt ihr unsere Kinder wegnehmen, um sie zu töten und zu essen? Seht ihr nicht, wie wir leiden? Merkt ihr denn nicht, wie unvorstellbar grausam und barbarisch ihr seid? Habt ihr denn überhaupt kein Mitleid und keine Moral?”

Die Außerirdischen nicken.

“Ja, ja”, sagt einer von ihnen. “Es mag schon sein, dass wir ein bisschen grausam sind. Aber seht ihr”, fährt er fort, “wir sind euch eben überlegen. Wir sind intelligenter als ihr und vernünftiger, wir können lauter Dinge, die ihr nicht könnt. Wir sind eine viel höhere Spezies, ein Dasein auf einer anderen Stufe. Und deshalb dürfen wir mit Euch machen, was wir wollen. Verglichen mit uns, ist euer Leben kaum etwas wert. Außerdem, selbst wenn unser Verhalten nicht ganz in Ordnung sein sollte - eines steht trotzdem fest: Ihr schmeckt uns halt so gut!”

Quelle: "Wer bin ich? - Eine philosophische Reise" von Richard David Precht
Kapitel “Jenseits von Wurst und Käse - Dürfen wir Tiere essen?”

Samstag, 9. Mai 2015

Der Sohn des Jägers (Teil 2)

Fortsetzung des gestrigen Beitrages:
Ein Essay der Empörung über die Lustmörder in Wald und Flur

Ethik, Empathie, wissenschaftliche Erkenntnisse, was soll das, was soll das überhaupt sein, so ihre dauernde Frage, diese absurden Fremdwörter, die sie noch nie brauchten, deren Sinngehalt, deren Bedeutung ihnen unverständlich, nicht verstehbar ist und es auch schon immer ohne sie ging, weil das Leben in der Natur damit in keiner Weise erfasst werden könne, also Wörter, die unnötig, weil unnütz sind und das Leben überhaupt anders ist, als Bücherweisheiten, was soll also dieses belastende Zeug, klingen ihre monoton repetierten Worte in seinem Gedächtnis nach.

Sie merken es nicht und glauben es noch weniger, dass sie es sind, die völlig naturentfremdet sind. Die freie Natur, Wald und Feld, als Lebensraum aller darin existierender Lebensformen ist ihnen suspekt. Die Vorstellungen ihrer bornierten Kleinbürgerlichkeit müssen dort gelten, die Vorstellungen dessen, was ihren abstoßenden Vorstellungen, getauft in dem Bierdunst der Dorfkneipe, erfahrbar ist. Die industriell genormte Natur, der Freilandindustriekomplex, diese denaturierte Natur entspricht ihrer kleinbürgerlichen Ordnung und diese Ordnung wird mit der Flinte despotenhaft verteidigt.

Er denkt für sich, was mache ich eigentlich, ich gehe immer davon aus, unbewusst, instinktiv, dass alle Menschen gleich sind, gleicheinsichtig und erkenntnisbereit, was mache ich doch für einen Gedankenfehler, was begehe ich doch für einen Trugschluss. Lehrt mich nicht das Leben täglich, stündlich, dass die Bandbreite im Geist, die Spannweite des Denkens, die verschiedenen Dimensionen der Intelligenz nirgends so auseinanderklaffen, bei keinem anderen Wesen solche Unterschiede aufweisen, als beim Menschen? Wie kann ich davon ausgehen, dass Ethik, Empathie und logische Analysen verstanden werden, wenn ich doch weiß, dass aller Geist dem unsichtbar ist, der keinen hat. Warum wende ich mich überhaupt mit solchen Gedanken an diese Mikroben des Denkens, an diesen Orden der geistigen Minoriten, an die Bettelmönche der Intelligenz, warum, fragt er sich, wirst Du nicht schlau und folgst der Erkenntnis, dass man Geist am besten damit zeigt, dass man mit Dummen nicht spricht.

Aber es gibt ja nicht nur diese dumpfen Bauerntölpel in der Fraktion der Tötungsgierigen, wenn auch diese Sorte sofort hervorsticht und ins Auge fällt, nein es gibt auch die mächtigen, die reichen, die einflussreichen Brandstifter der Vernichtung, die eigentlichen  Betreiber des Todeskarussells. Es gibt die kleinen und großen Beamten und die Richter und die Staatsanwälte und die Minister und die Priester und die Redakteure, es gibt ihn, diesen mafiösen Sumpf der gegenseitigen Vorteilsgewährung, es gibt diese Camorra der Vernichtung, die Gesellschaft der Todesboten, die das Vernichtungskarussell am Laufen halten, es schön finden, selber damit fahren, weil auch sie Triebbefriedigung in der Vernichtung finden.

Er fragt sich und findet keine Antwort, wie es sich eine Gemeinschaft, ein Volk, ein Staat, der Zukunft den Menschen verspricht und tatsächlich nur vorlügt, wie kann sich dieses Volk entwickeln, das durchsetzt ist von Menschen, die vom Töten begeistert sind, die Töten als Lustbefriedigung haben, fragt er sich, was ist das für ein Volk, dass nicht aufsteht, das sich nicht wehrt, das sich die Natur, den eigenen Lebensraum von pathologischen Profiteuren und Triebtätern zerstören lässt. Ist dieses Volk überhaupt anders, unterscheidet es sich von der tötungswilligen Minderheit, würden auch sie die Karren der Verurteilten zur Guillotine zerren und bei jedem abgeschlagenen Kopf vor Begeisterung johlen, unterscheidet sich dieses Volk überhaupt von dem Auswurf der Lebensverachtung, verdient es dieses Volk, dass sich Verkünder der Ethik hinstellen und die Protagonisten des Tiermordes anklagen.

Er zweifelt, wird unsicher, bekommt Beklemmung, wenn er denkt, dass alle um ihn herum ähnlich denken, vergleichbar triebgesteuert sind, dass Ehrfurcht vor dem Leben nur die Fiktion von philosophischen Eigenbrödlern sein könnte, dass Töten, dass Auslöschen wirklich die große Lustbefriedigung der Masse ist, dass die Masse zumindest das Töten toleriert, nicht ablehnt, nur in Sonntagsreden sich dagegen ausspricht. Er bekommt Beklemmung, Herzrasen, wenn er unter diesen Vorzeichen überlegt, was wäre, wenn ein großer Charismatiker das globale Töten fordert, als wichtig verkauft und die Masse dafür wieder begeistert und mit dem Tod der anderen fasziniert, wird sich dann wieder zeigen, dass alle Bemühungen um Empathie, Ethik und Vernunft vergeblich waren, dass der Mensch im Wesen unveränderlich ist und an seiner unveränderlichen Starrheit zugrunde geht, nachdem er alle Wehrlosen bereits zu seinem Vergnügen hingemordet hat. Er muss die Gedanken abbrechen, er kann sie nicht ohne tiefe Abscheu fertig denken, er fürchtet das Ergebnis, er scheut sich noch vor der endgültigen Demaskierung der Bestie Mensch und schämt sich zutiefst, dass sein Vater ein Jäger ist.

von Dr.Gunter Bleibohm
www.pro-iure-animalis.de

Freitag, 8. Mai 2015

Der Sohn des Jägers (Teil 1)

Ein Essay der Empörung über die grünberockten Lustmörder in Wald und Flur

Von Dr. Gunter Bleibohm

Es ist völlig sinnlos, sich mit ihnen darüber zu unterhalten.
Sie verstehen es nicht, sie können es nicht verstehen, denkt er, sie hören es, aber es sickert nicht in das Herz, in den Verstand, ergreift  nicht ihr Denken, noch weniger ihr Handeln  und sie wollen es auch nicht verstehen und werden es auch in nächster Zukunft nicht verstehen. Es ist genauso nutzlos mit ihnen über Ethik zu reden, über ethisches Verhalten zu diskutieren, weil sie es nicht begreifen, ist es doch von ihren stupiden Verhaltensweisen, von dem, was sie von ihren Eltern und Großeltern gelernt und übernommen haben, weiter entfernt, als die Lebensbedingungen eines Millionärs vom harten Existenzkampf der Menschen in einer römischen Vorstadthochhaussiedlung.

Bei den Großeltern, überlegt er sich, hört bei ihnen die Geschichte meist auf, findet dort ihr schnelles Ende, obwohl ihr Verhalten mit seinem barbarischen Vernichtungstrieb  in vormenschliche Zeiten zurückreicht und sie hier eigentlich ihre geistige Heimat haben. Ihre heutige Heimat zieht ihre Kraft aus faschistischen Wurzeln, grüne Uniform, optischer Einheitsbrei, horden- und herdenweises Auftreten, ihre auftrumpfende und abstoßende Art mit plumper Rechthaberei, ihre protzige Selbstherrlichkeit im Wald, bei Veranstaltungen, in den Blutandachten der Hubertusmessen, das Gehabe von Herrenmenschen, stolz auf ihre Privilegien; die faschistoide Herkunft ist unleugbar, springt ins Auge, ist manifestiert in einem Gesetz, das aus dem Herzen der Menschenverachtung, aus der Tiefe der Lebensvernichtung stammt.  Ihm fällt sofort das Wort der Parkplatzwächtermentalität ein. Gib einem kleinen Geist kleine Macht und du erlebst einen kleinen Diktator, denkt er. Sie müssen herdenweise dahergehen, sie können nicht anders, sind sie doch allein ihrer eigenen Jämmerlichkeit ausgesetzt, sie müssen marodierend durch Wald und Flur ziehen, die kleinen Diktatoren, um eine Triebbefriedigung im Machtrausch des Tötens zu erleben, die kleinen Herren, die nicht resozialisierbaren Triebtäter, die pathologischen Wiederholungstäter, die Onanisten des Todes.

Ethik ist ihnen ein Graus, so seine Schlussfolgerung, als Gebrabbel dieser Neunmalklugen gebrandmarkt, ein Geschwätz der Städter, die sich im dumpfen Dorfmief, in der auflauernden, gegenseitigen Beobachtung der Klein- und Kleinststädte nicht wohlfühlen, ein Geplapper dieser Besserwisser, die eine kleinkarierte Lebensauffassung - die kleinen und großen Karos darin in schwarz, in braun und kirchenviolett - nicht nachvollziehen wollen.

Was sagt den Grünberockten Empathie, was sagt ihnen Ethik auch? Was sagen ihnen diese Worte, die aus einer Welt fern ihres provinziellen Stumpfsinns herüberklingen, diese Worte, die meinen, dass ein Tier, ebenso leidet wie ein Mensch, dass ein Tier ebenso ein Recht auf Leben hat? Diese Worte, die fordern, dass tierisches Leben nicht für ein  Ausleben von triebhaften Machtgefühlen und niedersten Tötungsinstinkten eines Kleingeistes missbraucht werden darf, diese Worte sagen ihnen nichts, erreichen sie nicht in ihrer schmutzigen Gesinnung.  Sie missbrauchen ihre schmutzige Gesinnung dazu, ihre Tötungslust ungehemmt auszutoben, sie lügen alle Fakten für ihre gemeinen und niedrigen Zwecke um. Kein Vorwand ist primitiv genug, den Vernichtungstrieb, die Tötungslust zu rechtfertigen, aber wie sollte er auch durchdacht sein aus dem Hirn eines Wesens, dem triebhafte Instinkte Intellekt ersetzen.

Für Volk und Vaterland wirft sich die grüne Horde dem Angriff der Wildschweine entgegen und rettet das menschliche Leben vor dem Fuchsbandwurm, tötet aus faschistisch-brauner Gewohnheit die Zuwanderer, die in seinem deutschen Wald, in seinem deutschen Freizeitschiesskino kein Lebensrecht haben dürfen, wie Waschbären, wie Nilgänse. Könnte er nur, wie ihm der Sinn steht, die Zuwanderung wäre beendet für alle Neuankömmlinge, auch wenn er seinen Artenwahn heute nur noch an Tieren ausleben kann und ihm die Gleichwertigkeit von Leben keine Bedeutung hat, schon gar nicht die Gleichwertigkeit im menschlichen und tierischen Leid zu erkennen vermag. Ich vernichte, also bin ich, so sein credo, auch wenn ich klein und dumm und ungebildet bin, gerade dann muss ich töten und meine kleine, gemeine Niedrigkeit mit Vernichtung anderer, über die ich armselige Kreatur noch Macht zu haben glaube, rechtfertigen.

Aber Ethik betrifft nicht allein die Ehrfurcht vor dem Leben, Ethik betrifft auch die Redlichkeit, die Tugend eines Menschen gegen sich selbst. Ethik bleibt ihnen ein Fremdwort schon deshalb, denkt er, weil diese Zurückgebliebenen der menschlichen Höherentwicklung sich selbst und ihre Mitmenschen permanent täuschen und belügen. Sie schieben Gründe jeglicher Art vor, einen Tötungstrieb ausleben zu können, diese Süchtigen der Vernichtung. Töten, zerstören, verletzen ist ihnen Lebenserfüllung, es füllt ihre erbärmliche, muffige Existenz.

Nein, ethisches Verhalten, was auch immer das sei jenseits ihres flachen Denkhorizontes von Schweinebraten und Blasmusik und Sonntagschoral, meint er ihre Gedanken zu lesen, ist vom Teufel, ist neumodisches Getue, das haben sie noch nie gebraucht und verstehen es deshalb auch nicht, geschweige denn können sie es verstehen, bevor es nicht  von Hochwürden in griffigen, einfachsten Sätzen in der sonntäglichen Andacht erwähnt wurde und in ihre Dummschädel hineingebetet wurde.

Kommt nun noch einer daher, der von wissenschaftlichen Erkenntnissen spricht, einer dieser Köpfe, der Bücher liest und vielleicht sogar studiert hat, also einer dieser Menschen, die überhaupt nicht mitreden können, weil sie schon deshalb keine Ahnung haben, weil sie keinen Schnellkurs im Töten bestanden haben und der sich auch weigert, eine derart alberne Prüfung als Nachweis des Nichtwissens abzulegen, sondern sich vielmehr auf Fakten, auf logisches Denken und kritische Analysen verlässt, ist das Maß voll bei ihnen, so seine Erfahrung.

Fortsetzung im morgigen Beitrag ......

Donnerstag, 7. Mai 2015

Mein Name ist Tier und ich hasse euch

Von Jens Grote

Für euch verdammte Tierversuchsärzte empfinde ich nichts außer Verachtung. Wie könnt ihr es wagen, die Aussicht auf Forschungserfolge über mein Schmerzempfinden und meine Qual zu stellen? Wisst ihr eigentlich, wie uninteressant es für mich ist, ob eure Kosmetik hautverträglich ist? Ich benutze solchen Schund nicht, schmiert es euch also gefälligst selbst in die Augen, wenn ihr wissen wollt, wie sehr es dort brennt. Könnt ihr euch vorstellen, wie egal mir Heilungsmethoden für menschliche Krankheiten sind? Ich bekomme diese Krankheiten wenn dann nur künstlich durch eure Hand, lasst mich also in Ruhe und testet euren Dreck an euren eigenen Kranken. Ihr nennt mich Verbrauch, mein Name ist Tier und ich hasse euch.

Wie geisteskrank muss man sein, um Jagd auf Wehrlose als sein Hobby zu ergreifen? Was gibt es euch, wenn ihr feige aus dem Hinterhalt Unschuldige ermordet? Unschuldige, die ihr euch selbst regelmäßig heranzüchtet, um dann genauso regelmäßig zu behaupten, ihr müsstet sie ermorden, da die Population sonst zu gross wird. Diese Population sind meine Mütter, meine Väter, meine Brüder und Schwestern, die ist nur in euren Mörderaugen zu groß, und selbst wenn sie es wäre, hättet ihr kein Recht auf einen Mord, eure dicken Kinder und Verwandte werden trotz Überpopulation ja auch nicht einfach abgeknallt. Wie widerlich muss man überhaupt sein, um aus unseren Leichen dann noch stolz eine “Strecke” zu legen und diese geifernd abzufotografieren? Gibt es etwas Grausameres, als sich Köpfe von Leichen in sein Wohnzimmer zu hängen, nur um aller Welt zu zeigen, was für ein armes, feiges Menschlein man ist? Ihr nennt mich Wild, mein Name ist Tier und ich hasse euch.

Über euch Abschaum Metzger will ich mich eigentlich gar nicht auslassen. Wie stumpfsinnig muss man sein, um sein tägliches Leben hauptsächlich damit zu verbringen, uns die Kehlen durchzuschneiden, uns durch künstliche Schlaganfälle umzubringen oder uns auf andere bestialische Art und Weise zu ermorden? Werdet ihr wenigstens manchmal nachts wach, wenn unsere Todesschreie nicht in euren Köpfen verklingen wollen? Oder seid ihr selbst für einen Hauch von Gewissen schon zu kalt? Ihr nennt mich Schlachtvieh, mein Name ist Tier und ich hasse euch.

Damit sind wir bei euch, die unsere Leichen in sich reinstopfen und sich zur Verteidigung rosarote Scheinwelten aufbauen. Diese Scheinwelten sind aus meiner Sicht allerdings blutrot, denn ich atme nicht auf, wenn ich vor meiner Hinrichtung ein schönes Leben hatte. Mich beruhigt es auch nicht, dass meine Hinrichtung immer schneller vonstatte n geht, auch ist es für mich kein Anreiz, dass meine Anfahrt zur Hinrichtung immer kürzer wird, eure Kämpfe für diese Dinge könnt ihr euch sonstwohin schieben, denn im Endeffekt will ich einfach nicht sterben. Weder schnell, noch gut, noch schmerzlos oder was weiß ich, was für pervertierte Adjektive ihr zu eurer Verteidigung aufbauen wollt. Ihr nennt mich Nahrung, mein Name ist Tier und ich hasse euch.

Dann kommen wir zu euch, die es als nicht schlimm empfinden, von seiner Mutter getrennt zu werden. Wenn dem so ist, warum macht ihr so ein Theater daraus, wenn eurer Mutter etwas zustösst? Ist Mutterliebe in euren Augen nur beim Menschen vorzufinden? Wer gibt euch das Recht, uns Muttermilch, Menstruationsprodukte, Wolle, Honig und was weiß ich noch zu rauben und das Ganze dann damit zu verteidigen, dass wir das gerne geben würden und uns die Qual dafür egal wäre? Ihr seht Zufriedenh eit in meinen Augen, wenn wir uns treffen? Warum spüre ich diese Zufriedenheit dann nicht und warum sehe ich in euren Augen nur Selbstüberschätzung und Arroganz? Warum melkt ihr nicht eure eigene Art, wenn das so natürlich ist? Warum pumpt ihr nicht eurer Art Ejakulat ab, wenn ihr damit unbedingt eure Perversitäten befriedigen müsst? Weil das bei eurer Art unwürdig und gesundheitlich bedenklich wäre? Und weil ich keine Würde und kein Recht auf Gesundheit habe? Ihr nennt mich Nutzvieh, mein Name ist Tier und ich hasse euch.

Und was ist bei euch geistig schiefgelaufen, die ihr uns einkaserniert, uns den Willen brecht und uns dann stolz eurer Art präsentiert? Gibt euch das ein Gefühl von Macht, wenn ihr uns gefangen haltet und uns ein artgerechtes Leben in Freiheit verweigert? Ist das der Grund, warum ihr uns gnadenlos weiterzüchtet, um noch gnadenloser immer mehr Käfige mit uns zu füllen? Fühlt ihr euch gut amüsiert, wenn wir unsere Würde aufgeben und für Futter oder aus Angst vor Strafe irgendwann Männchen machen oder auf Fahrrädern durch Zirkuszelte fahren? Ihr nennt mich Attraktion, mein Name ist Tier und ich hasse euch.

Zum Schluss sind wir bei euch angelangt, der verschwindend kleinen Gruppe von Menschen, die uns Tiere achtet, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Ich liebe euch nicht, ich mag euch nicht und ich möchte nicht unbedingt mit euch zusammenleben, aber ich respektiere euch dafür, dass ihr das auch gar nicht verlangt und das Fehlen von Liebe und Unterwerfung nicht mit meinem Tod bestraft. Vielleicht bekommen wir irgendwann mal eine Chance, uns auf Augenhöhe kennenzulernen, wir werden sehen, wie ich euch dann beurteile. Ihr nennt mich Tier, das ist mein Name und ihr seid eine Hoffnung.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Mein Name ist Mensch

Sehr guter und nachdenkenswerter Artikel von einem leider unbekannten Verfasser :

Mein Name ist Mensch

Mein Name ist Mensch, und ich liebe euch dafür, dass ihr da seid, mein Leben bereichert, mir Freude bereitet, mir euer Vertrauen und eure Zuneigung schenkt.

Mein Name ist Mensch, und ich bewundere immer wieder eure Artenvielfalt, eure Schönheit, Klugheit und eure Geschicklichkeit, durch das Leben zu kriechen, zu gehen, zu fliegen, zu schwimmen. Es erfüllt mich mit Staunen, wie ihr euer Dasein meistert, so vielen Schwierigkeiten - aus menschlicher Sicht - zum Trotz, und es berührt mich zutiefst zu sehen, mit wie viel Liebe und Hingabe ihr eure Tierkinder hegt, pflegt und sie dann ins Leben entlässt.

Mein Name ist Mensch, und ich schäme mich täglich für alles, was euch angetan wird im Namen der Wissenschaft, des Gaumenkitzels, des Egoismus‘, der Gleichgültigkeit und der Respektlosigkeit gegenüber der gesamten Schöpfung.

Wenn ich in eure Augen schaue, sehe ich eure Seele, weiss, dass ihr uns so viel lehren könntet und möchtet, und wenn ich mit euch spreche, von Herz zu Herz, werde ich oft ganz klein, denn ihr teilt mit mir tiefste Weisheiten.

Mein Name ist - leider - Mensch, aber ich hege auch Hoffnung, denn viele von uns sind mittlerweile erwacht, haben ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass wir alles, was wir euch antun, uns selber antun, denn wir sind aus demselben Stoff, entstammen letztendlich derselben Ur-Quelle, wie immer man diese auch nennen mag.

Ihr trefft solche Menschen in keinem Labor, keiner Metzgerei, keinem Fastfood-Restaurant, keinem Jagdrevier an. Sie werden kaum gehört oder wahrgenommen, und wenn doch, dann werden sie höchstens verlacht. Sie wirken oft im Versteckten, geben einfach ihr Bestes für jedes Tierwesen, das ihren Weg kreuzt. Auch haben sich mittlerweile unzählige zusammengeschlossen um sich mit vereinten Kräften für das Wohl der Tierwelt ein- und durchzusetzen.

Mein Name ist Mensch, und der unbeschreibliche Schmerz, den ich in mir trage, wird erst geheilt sein, wenn jedem von euch Tierwesen mit Liebe und Achtung begegnet wird, wenn die Menschen begriffen haben, dass nichts gleichartig, aber alles gleichwertig ist auf diesem Planeten. Diese Epoche werdet wohl weder ihr noch ich, die wir gegenwärtig auf der Erde sind, noch erleben. Doch auf dem steilen unebenen Weg hin in eine Zukunft, wo Menschen, Tiere und Pflanzen wieder in harmonischem Miteinander wirken werden, räume ich soviele Steine weg, wie es in meinen Kräften liegt. Weil ich ein Mensch bin, der euch liebt.

Mit tierliebenden Grüssen - S.B.